leuchtkind

Donnerstag, März 29



rambo als "ritter hitzgi"

es gibt leute, deren tag gerettet werden muss... hier ein vorschlag: rambo meets chaschperli - sylvester stallone mit der stimme von paul bühlmann ("ich chan nöd schüüsse - ich verschrick immer eso grusig, wänn's chlöpft").

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hin und weg

nachdem die tv-dokumentation der zauberflöte im schweizer fernsehen mich in den bann gerissen hatte, habe ich gestern die tolle inszenierung nun auch noch live im opernhaus zürich gesehen.
und was soll ich sagen: ich bin hin und weg. die schauer liefen mir ungezählt über den rücken, ich hatte hühnerhaut-anfälle und war stellenweise zu tränen gerührt. ich kam mir ein bisschen vor wie julia roberts damals in "pretty women" (nur ohne die umwerfende rote abendrobe).

und deshalb hier ein vorsatz: ich werde mehr in die oper gehen.

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Dienstag, März 27



hab nichts zu sagen

ich hab zwar nix wirklich wichtiges mitzuteilen, möchte aber den nun doch nicht mehr so aktuellen eintrag zu den schneeverhältnissen in zürich durch etwas anderes ersetzen. deshalb nun wahllos gedanken, die dem leuchtkind heute durch den kopf gegangen sind:

1. für was brauche ich kinder, wenn ich einen mann habe? (es reicht mir schon, mich um einen unselbständigen 35jährigen zu kümmern...)

2. was würde ich tun ohne die nespresso-maschine in u.'s büro? (elend eingehen)

3. wieso macht studis unterrichten manchmal spass, ist aber oft einfach nur ein elender knochenjob? (z.b. heute).

4. wieso bloss habe ich am wochenende mit rauchen aufgehört?




Freitag, März 23



schnee.....

von mir aus kann frau holle mit ihrem verspäteten, blinden aktivismus jederzeit aufhören. diese pendenz wäre nämlich im dezember 2006 fällig gewesen. jawoll!

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Donnerstag, März 22



idiotikon-stöckchen

der pudel aus basel hat ein wunderbares stöckchen in die runde geworfen: das idiotikon (=mundart)-stöckchen. und zwar geht es darum, das schweizer liedgut in den verschiedenen dialektarten zu betrachten.

die basler version zum bekanntesten winterlied hört sich so an:

es schneielet, es beielet, es goot e kiele wind. und d maitli lege d händsche a und d buebe laufe gschwind.

und im zürcher dialekt tönt es so:

es schneielät, es beielät, es gaat en chüele wind. und d'mäitli leged d'händsche na und d'buebe laufed gschwind.


****

und dann ein sommerlied im basler dialekt:

alli mini äntli schwimme uff em see, schwimme uf em see, köpfli tiens ins wasser, schwänzli in di hö.

wird in zürich so gesungen:

ali mini äntli, schwümed uf em see, schwümed uf em see, d'chöpfli tüends is wasser, d'schwänzli händs id hööööö.

****

und am 6. dezember, wenn in basel der niggi näggi kommt, macht in zürich der samichlaus die runde.

die basler kinder rezitieren:

santi niggi näggi, hinderem ofe stägg y, gimr nuss und bire, denn kumm y widr fire.

während die zürcher kinder sagen:

santi niggi näggi, hinderem ofe stäggi, gimmer nuss und birä, dänn chummi wieder fürä.

das ist doch interessant, denn hier sagen auch wir "santi niggi näggi" - vielleicht kommt der vers ursprünglich aus basel?

mich interessiert, wie sich das ganze im ostschweizer dialekt anhört, und werfe das stöckchen in richtung caro. und wie es im aargau tönt, kann mir bestimmt bluetime verraten, odr? ;-)



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Montag, März 19



elite ohne geld

ich habe an anderer stelle schon mal darüber geschrieben, wie ich kaum mehr aus der leistungsspirale rauskomme und die freie zeit überhaupt nicht mehr geniessen kann.
jetzt steht es schwarz auf weiss im
tagi, dass ich damit zur elite dieses landes gehöre: «es ist nicht mehr die augenfällige untätigkeit, die als beweis der zugehörigkeit zur elite gilt. im gegenteil: heute definiert auffälliges beschäftigtsein einen hohen gesellschaftlichen status».

ausserdem steht da geschrieben:
«vor lauter arbeit haben reiche kaum mehr zeit, ihren wohlstand zu geniessen.»
das ist interessant, setzt doch der autor selbstverständlich die gleichung "viel arbeit = viel status = viel geld" auf. wenn man an der uni arbeitet, fehlt leider das hintere element der gleichung...

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Freitag, März 16



"frölein, eine runde prozac, bitte!"

mit ella fitzgerald und louis armstrong verabschiede ich mich in ein einsames wochenende. manchmal enthält mein leben einfach ein bisschen zu viel blues...

say nighty-night and kiss me
just hold me tight and tell me you'll miss me

while i'm alone and blue as can be
dream a little dream of me


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moritz bloggt

offenbar haben unsere bundesräte genügend zeit, um zu bloggen. dabei schreibt der liebe moritz, dass er sich kurz fassen müsse und verfasst dann doch einen 50zeiler.
der gute ist auch nicht beleidigt, wenn man ihn duzt. vor so viel volkstümlichkeit krampft sich mir echt der magen zusammen. brrrrr!

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blues


gestern per zufall auf aeschbacher gezappt: andere bekommen 12 kinder, wir nicht mal eins. verdamminomal.

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Dienstag, März 13



erinnerungen

in meiner freien woche habe ich mich meiner vergangenheit gewidmet. da in unserer familie ein mitglied nächstens 60 kerzen auf der torte hat, haben wir uns entschlossen, ein gemeinsames fotoalbum anzulegen, eine familienchronik sozusagen.
ich habe die aufgabe übernommen, alle vorhandenen fotos und dias zu sichten und einzuscannen. die begegnung mit dem eigenen kinder-ich auf bildern, die man noch nie oder seit 20 jahren nicht mehr gesehen hat, greift einem echt ans herz. alte geschichten steigen hoch, wie jene vom wellensittich "robbie", der sprechen konnte und dem hamster "bubu", der verschwand und drei wochen später stinkend hinter der geschirrspülmaschine tot geborgen wurde. man begegnet damals geliebtem spielzeug und eltern, die sich noch liebevoll in die augen schauten. man erinnert sich wieder, wieso man die schwester damals so doof fand und stellt fest, dass der kleine bruder schon mit sieben im fcz-tenue rumgelaufen ist.
war schön, dieser ausflug in die vergangenheit...

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Dienstag, März 6



lieblingsstelle in "never let me go" von kazuo ishiguro

That was the only time, as I stood there, looking at that strange rubbish, feeling the wind coming across those empty fields, that I started to imagine just a little fantasy thing, because this was norfolk after all, and it was only a couple of weeks since I'd lost him. I was thinking about the rubbish, the flapping plastic in the branches, the shore-line of odd stuff caught along the fencing, and I half-closed my eyes and imagined this was the spot where everything I'd ever lost since my childhood had washed up, and I was now standing here in front of it, and If I waited long enough, a tiny figure would appear on the horizon across the field, and gradually get larger until I'd see it was Tommy, and he'd wave, maybe even call. The fantasy never got beyond that - I didn't let it - and though the tears rolled down my face, I wasn't sobbing or out of control. I just waited a bit, then turned back to the car, to drive off to wherever it was I was supposed to be.

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dieses buch ist unter dem deutschen titel "alles, was wir geben mussten" erschienen. ich hatte keine ahnung, wohin mich der autor schlussendlich führen würde. der anfangs im plauderton erzählte alltag von teenagern in einem scheinbar typischen englischen internat bekommt nach und nach risse. so wie der protagonistin langsam dämmert, dass ihr kein normales leben bestimmt ist, wächst im leser die beklemmung. während man die pubertäre beziehungsgeschichte zwischen kathy, ruth und tommy verfolgt, wird immer mehr ihrer bestimmung aufgedeckt. und während die figuren sich wie selbstverständlich ihrem schicksal fügen, fragt man sich als leserin mit steigendem grauen, ob man in diesem buch einen blick in die zukunft unserer zivilisation geworfen hat.

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Samstag, März 3



the headhunters im moods und keiner geht hin...

christina aguilera füllt ein ganzes hallenstadion, aber "the headhunters" spielten gestern vor knapp 100 leuten im leeren moods - verkehrte welt....

das konzert gestern war einsame spitze, funky mit coolen afrikanischen einlagen. der legendäre funk-drummer mike clark und der perkussionist bill summers, die in den 70ern bekannt wurden mit herbie hancock, haben das publikum mit ihren rhythmen aufgemischt, dass kein auge trocken blieb.

so haben sich die beiden vor über 30 jahre angehört und genauso hat es gestern im moods gegroovt. da habt ihr was verpasst...



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Freitag, März 2



gepackt vom zauber...

selten schaue ich sf, gestern jedoch hat es sich gelohnt. ich sass vier stunden wie gebannt vor dem fernseher und sah die tolle inszenierung der zauberflöte im opernhaus zürich. muss an meiner momentanen dünnhäutigkeit liegen - das stück hat mir stellenweise die tränen in die augen getrieben. den blick hinter die kulissen fand ich interessant, wenn ich auch jedesmal umschalten musste, wenn weichspül-gschpürschmi-aeschbi im bild war...
und wollt ihr das beste wissen? ich habe gerade die letzten zwei tickets ergattert für die letzte vorstellung am 28. märz! ich musste zwar tief, tief in meine tasche greifen, aber hey: DAS muss ich nochmals live sehen!

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Donnerstag, März 1



entschleunigung II

die grauen herren haben vor ein paar jahren das leuchtkind besucht. dieses hatte die zeit gemächlich verbracht: studiert - alles was ihm interessant erschien und nicht nur das, was auf dem pflichtenheft stand; ein klavier gekauft, auf dem es jeden tag mindestens eine stunde übte; gezeichnet, einfach nur um des zeichnens willen; gelaufen, ohne ziel.

dann im jahr 2002 kamen die grauen herren und boten ihm ein zeitkonto an: das leuchtkind sollte zeitsparen und alle überflüssige zeit fürs alter aufsparen. denn: gesparte zeit ist doppelte zeit!
das leuchtkind teilte sich ab sofort die zeit besser ein: es arbeitete täglich fleissig bis abends um sieben, übernahm jede aufgabe, die interessante inhalte und anerkennung verhiessen. wenn es dann abends um acht nach hause kam, war es zu spät, um klavier zu spielen; zu erschöpft, eine zeichnung zu beginnen; zu dunkel, um einen spaziergang zu machen.

das zeitsparen führte dazu, dass das leuchkind kaum mehr konzentriert einer sache nachgehen konnte: arbeiten korrigieren, mails beantworten und blogs lesen parallel; einfach zu essen erschien ihm als zeitverschwendung, es las daneben die zeitung oder schaute fern; hatte es urlaub, nahm es die fachbücher mit, die zu lesen es vorher keine zeit fand. es konnte die freie zeit nicht mehr geniessen ohne ein schlechtes gewissen zu haben. sein ganzes leben stellte es unter den stern der leistung.

aber heute löst es sein zeitkonto auf. freizeit ist freie zeit, ab sofort. die tätigkeiten werden entflechtet:

"wenn du gehst dann gehe. wenn du sitzt, dann sitze. und vor allem: schwanke nicht."
(zen weisheit)

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